Auf der Jagd nach Mister X

31.03.2014 15:54 von Tim Schächterle (Kommentare: 0)

 

Es ist der 29.03.2014 und wir befinden uns in der kleinen Schalterhalle im Stuttgarter Hauptbahnhof. Es ist keine Stunde her, dass sich insgesamt ca. 50 Teilnehmer aus den Gruppen des CVJM, sowie Konfirmanden der Winnender Teilkirchengemeinden und 17 Mitarbeiter vom Bahnhof Winnenden, sowie 2 Gruppen aus Stuttgart gemeinsam auf den Weg gemacht haben, um Mr. X in Stuttgart zu jagen.

Während einer kurzen Begrüßung werden den Gruppen die beiden Mr. X vorgestellt, die dann aber - kaum hatte man sie gesehen - ausbüchsen, um die nächstmögliche Bahn zu erwischen und so den 9 Gruppen des Scotland Yards erst einmal zu entkommen.

Sicher würde am liebsten gerade jeder Teilnehmer gleich hinterher rennen. Doch was, wenn man Mr. X verliert und selber den Weg nicht mehr zurückfindet? Ist es nicht besser, sich in Gruppen organisiert und gestärkt durch ein gutes Wort gemeinsam auf den Weg zu machen?

Während alle in einem Halbkreis auf dem Boden sitzen, erzählt Christoph eine kleine Geschichte über Roberto Perez, einem Weichensteller aus Brasilien, der seinen Sohn opfern musste, um hunderten von Leuten das Leben zu retten. Fällt uns da nicht gleich ein Ereignis ein, das uns aus der Bibel mehr als bekannt ist? Die Geschichte macht doch sehr plakativ deutlich, was das Ereignis am Kreuz für Gott bedeutet hat, seinen eigenen Sohn sterben zu lassen, damit die gesamte Menschheit gerettet wird! Ein Gedanke, den man sich erst mal im Kopf setzen lassen muss, für den man gerne auch mal ein paar Minuten Ruhe in Anspruch nehmen kann.

An Timon das Wort übergeben, erfahren nun alle Beteiligten die Regeln, wie es gemeinsam auf die Jagd nach Mr. X gehen soll. Per S-Bahn, Stadtbahn und Bus darf nach Belieben durch die beiden Kernzonen 10 und 20 des Verkehrsverbunds Stuttgart gedüst werden, ca. alle 10 Minuten bekommen die Gruppen eine Nachricht, wo Mr. X gesichtet wurde und der Sichtkontakt zwischen Jäger und Gejagtem allein reicht, um die Fluch von Mr. X zu unterbinden - schließlich wollen ja alle wieder ohne Schrammen nach Hause kommen. Sieger wird, wer Mr. X am häufigsten fängt. Ein kleines Schmankerl - neben den Preisen für die Sieger - aber soll sein: Wer Mr. X fängt hat selber die Möglichkeit Mr. X zu sein und so die Rolle vom Jäger zum Gejagten zu wechseln.

Nun aber genug Regeln! Auf die Plätze, fertig und .... los!

Nach kaum einer halben Stunde Jagd hört man schon von der ersten Gefangennahme. Da hat wohl Mr. X nicht schnell genug Anschluss bekommen. Die Stadtbahn fährt alle 10 Minuten, der Bus nur alle 20 Minuten. Schlecht, wenn die Verfolger genau eine Stadtbahn hinter den Gejagten sind. Aber so soll es ja auch sein. Eine toll engagierte Gruppe aus den Rängen der Stuttgarter ist nun als Mr. X unterwegs. Plötzlich muss man sich selbst überlegen, wie 8 andere Gruppen wohl gerade unterwegs sind. Ist es besser, im aktuellen Verkehrsmittel zu bleiben oder doch lieber an der nächsten Haltestelle umzusteigen? Was ist der Plan der anderen und wie kann man den am besten durchkreuzen? Es bleibt spannend. Die nächste Haltestelle kommt. Moment mal - die kennt man doch! Hoffentlich sehen sie uns nicht, noch sind sie auf der anderen Straßenseite, die Fußgängerampel ist rot, an der Haltestelle steht niemand und im Bus hat auch noch keiner gedrückt um auszusteigen. Jetzt, da, sie haben uns auch erkannt.

Erst noch zögernd, dann mit voller Gewissheit - wir müssen handeln. Doch leider zu spät, der Bus fährt an der Haltestelle vorbei - schade!

Aber es gibt nicht immer solche Momente - in Bad Cannstatt angekommen, hatte die Freude ein Ende. Mr. X ist seinen Verfolgern direkt in die Arme gelaufen. Schlagabtausch - Gejagter wird wieder zum Jäger und die Jäger werden zu den neuen Gejagten. Im Laufe des Tages soll Mr. X noch weitere zwei Mal gefasst werden - eine Gruppe wird es sogar zum zweiten Mal schaffen.

Mittlerweile ist es kurz vor 17 Uhr, alle hatten sich in Stuttgart wieder getroffen und sind mit der S-Bahn nach Winnenden gefahren. Die Preisverleihung ist in vollem Gange. Der dritte Platz wird verkündet: er geht an die Stuttgarter Gruppe. Ein Trostpreis geht an die Konfirmandengruppe, welche mit Herrn Braungart unterwegs war. Sie waren zwei Mal am richtigen Ort, und die Zeit war auch nicht ganz falsch, aber sie waren immer genau ein oder zwei Minuten nachdem eine andere Gruppe Mr. X gefangen hat da und dies zählte noch zur "Schonfrist" von Mr. X, so dass dieser wieder die Chance zu flüchten hatte. So nun aber weiter zu Platz 2. Dieser ging an die Mädchenjungschar in der Stadt, sie hatten es nämlich geschafft, über eine Stunde - und somit am längsten Mr. X zu sein. And the winner is ... die Konfirmandengruppe aus dem Schelmenholz um Christoph und Caro - sie haben Mr. X - wie schon erwähnt - zwei Mal gefangen.

Ich denke, es hat allen riesigen Spaß gemacht und ich bin mehr als überrascht und begeistert, dass so viele mitgemacht haben.

Tim

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